Häusliche Gewalt

Häuslicher Gewalt ist für die Betroffenen schwerwiegend und häufig als weitere Belastung mit Scham und großen psychischen Leid verbunden. Nicht selten fühlen sich die Opfer verantwortlich für den Täter/die Täterin. Falls Sie also betroffen sind oder eine Betroffene/einen Betroffenen kennen, halten Sie sich vor allem vor Augen:

Niemand hat das Recht, Ihnen Gewalt anzutun.

Was also können Sie tun?
Unmittelbar nach einer Gewaltanwendung oder Androhung einer solchen, können Sie polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen. Sie sollten hierbei möglichst nicht nur eine Strafanzeige gegen den Täter/die Täterin stellen, sondern auch auf eine sog. Wegweisung der Polizei drängen. Hierbei verweisen die herbeigeführten Polizeibeamten den Täter aus der gemeinsamen Wohnung und verbieten ihm bis zu einem Zeitraum von maximal 14 Tagen die Wohnung zu betreten. Bitten Sie die Polizeibeamten dem Täter/der Täterin sämtliche Wohnungsschlüssel abzunehmen.


Sofern Sie körperliche Verletzungen erlitten haben, lassen Sie sich diese von einem Arzt/einer Ärztin attestieren und fertigen Sie möglichst auch Fotos von den Verletzungen an.

Sollten Sie sich nicht mehr sicher in der Wohnung fühlen oder die Polizei nicht um eine Wegweisung bitten wollen/können, so erhalten Sie vorläufig auch Schutz in einem Frauenhaus. Die nächstgelegenen Frauenhäuser sind in Heide und Flensburg.

Ebenfalls erhalten Sie schnell, unkompliziert, vertraulich und kostenfrei weitere Unterstützung durch die Beratungsstelle Frauenberatung u. Notruf Nordfriesland. Informationen über Kontaktdaten und Beratungsangebot erhalten Sie hier.


Später und zwar unabhängig davon, ob eine polizeiliche Wegweisung erwirkt wurde, Sie Zuflucht in einem Frauenhaus gesucht haben oder zu Hause mit dem Täter/der Täterin verblieben sind, können Sie vom Familiengericht weiteren Schutz erhalten. Das Gericht kann dem Täter nach häuslicher Gewalt aufgeben, der Wohnung und Ihnen fern zu bleiben und auch sonst keinen Kontakt zu Ihnen beispielsweise durch Telefonate oder Emails und SMS aufzunehmen. Für einen solchen Antrag ist nicht erforderlich, dass Sie zugleich Strafanzeige gegen den Täter/die Täterin gestellt haben.


Niemand hat das Recht, Ihnen Gewalt zuzufügen. Und so helfe ich Ihnen gern, aus der Spirale der Gewalt herauszutreten.

Einen sehr informativen Flyer hat das KIK-Netzwerk bei häuslicher Gewalt des Kiminalpräventiven Rates der Stadt Lübeck in verschiedenen Sprachen herausgebracht. Nachstehend können sie als pdf-Datei in

deutsch
englisch
serbisch
türkisch
spanisch
russisch
französisch
polnisch

heruntergeladen werden.

Weitere aktuelle Informationen finden sich unter dem Menüpunkt "Wußten Sie schon?

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