Opferschutz

Wenn alle den Verbrecher jagen, wer bleibt dann eigentlich beim Opfer?

Dieser Frage des Opferschutzvereins Weisser Ring kann ich mich nur anschließen.
Nach einer Straftat gilt die Aufmerksamkeit bzw. wie es juristisch heißt das öffentliche Interesse meist nur dem Tatgeschehen, der Persönlichkeit des Täters und „seiner Lebensgeschichte“.

An das Opfer wird leider viel zu wenig gedacht.


Es ist schwer, als Opfer einer Straftat allein mit den Folgen einer Straftat zu Recht zu kommen und je intensiver eine Straftat in das eigene Leben eingegriffen hat, um so schwerer bzw. unmöglich wird es für das Opfer, einfach weiterzuleben wie bisher.

Gegen die psychischen / körperlichen Folgen der Tat (Ängste, Alpträume, Konzentrationsprobleme, Panik-Attacken, Herz-Kreislaufbeschwerden etc. etc.) kann ich selbst nichts unternehmen. Dazu verweise ich an kompetente Therapeuten oder andere Fachleute. Meine Aufgabe als Beistand von Opfern und Nebenklagevertreterin ist es, bestmöglich zu verhindern, dass das Strafverfahren selbst zusätzliche Schäden bei den Opfern hinterlässt. Ich stehe in dem Moment für Ihre Rechte als Opfer ein, wenn Verteidiger, Staatsanwaltschaft und Gericht den Blick auf das Strafverfahren konzentrieren und Ihre Rechte "unbequem" werden. Dann heisst es für mich als Ihr Rechtsbeistand auch einmal, Biss zu zeigen und "unbequem" werden, einfach damit Sie als Opfer nicht zusätzlich verletzt werden.  

Zur Vorbereitung erkläre ich Ihnen rechtzeitig vorher den Ablauf eines Strafverfahrens, gebe Stellungnahmen gegenüber der Polizei, Staatsanwaltschaft oder dem Gericht ab und begleite Sie zur eigentlichen Strafverhandlung.

Wenn Sie andere Hilfe benötigen, insbesondere psychologische Begleitung zur Aufarbeitung der Tat, kann ich einen Kontakt zu anderen Hilfseinrichtungen vermitteln.

Mir ist es wichtig, dass Sie als Opfer einer Straftat begreifen, dass Sie nicht allein dastehen. Viele helfende Hände können Sie unterstützen. Ich gehöre gern dazu.

Speziell für Stalking-Opfer möchte ich noch auf das Informationsblatt "Belästigt, verfolgt, bedroht" verweisen, welches vom Weißen Ring angefordert werden kann unter der E-Mail-Anschrift materialwirtschaft@weisser-ring.de.

Ebenfalls bin ich seit dem Jahre 2014 Mitglied im Verein Nebenklage e.V.. Der Nebenklageverein hat sich im Jahre 2006 als anwaltliche Organisation gegründet, um die Rechte der Verletzten und ihrer Vertretung zu stärken und zu verbessern. Hier haben sich Rechtsbeistände zusammengetan, die nach dem Grundsatz arbeiten, dass eine engagierte und sinnvolle Nebenklage- und Verletztenvertretung die verletzte Person und deren Bedürfnisse wahrnimmt und für den fairen und respektvollen Umgang mit den Betroffenen in ihrer spezifischen Situation kämpft.  Ein Blick auf die Homepage und insbesondere dem Ratgeber lohnt sich. Klicken sie einfach hier: http://www.nebenklage.org/ratgeber/.