Vermögen

"Uns gehört doch alles gemeinsam! Also teilen wir alles durch 2 und alles ist erledigt! Wirklich?

Ihre vermögensrechtliche Auseinandersetzung ist von vielen Faktoren und gesetzlichen Bestimmungen abhängig. Eine Darstellung auch nur der wichtigsten Aspekte, die Ihnen eine Vorstellung Ihrer Gesamtsituation gibt, würde den Rahmen dieser Internetseite sprengen.

Daher kann ich nur empfehlen, je höher Ihr Vermögen oder Ihr wirtschaftliches Risiko (Höhe der Darlehen) ist, um so eher sollten Sie sich anlässlich einer Trennung rechtlich beraten lassen. Nach meiner langjährigen Erfahrung haben viele Eheleute eine fehlerhafte oder jedenfalls unvollständige Vorstellung ihrer vermögensrechtlichen Verbindungen miteinander.

Nachfolgend füge ich gern noch einige Hinweise an, die Ihnen ggf. Grund zum Nachdenken geben:

1. Nur weil Eheleute miteinander verheiratet sind, gehört Ihnen nicht alles gemeinsam bzw. jeweils zur Hälfte. Jeder der Ehegatten kann auf seinen Namen eigenes Alleineigentum erwerben.

2. Nach einer Trennung haften Eheleute auch weiterhin für gemeinsame Darlehen in vollem Umfang und insbesondere auch wegen der einzelnen Raten über die gesamte Höhe. Die Darlehensgeber (z.B. Bank) können sich aussuchen, ob sie Sie oder Ihren Ehegatten oder Sie beide gemeinsam wegen des Gesamtbetrages in Anspruch nehmen.

3. Mit einer persönlichen Trennung werden nicht automatisch auch die vermögensrechtlichen Verbindungen getrennt. Vermögensänderungen nach der Trennung sind grundsätzlich von Bedeutung. Aber umgekehrt muss der Ehegatte, der sein Vermögen nach der Trennung mindert, beweisen, dass es sich nicht um eine illoyale Aktion gegenüber dem anderen gehandelt hat.

4. Mit einer Trennung hat kein Ehegatte das Recht, seine Vermögenswerte dem anderen zu verschweigen. Beide Eheleute haben vielmehr das Recht, Auskunft zu verlangen über sämtliche Vermögenswerte des anderen per Stichtag Tag der Trennung. Diesen Anspruch sollten Sie auch unbedingt geltend machen, um ggf. später beweisen zu können, dass der andere sein Vermögen nach der Trennung gemindert hat (vgl. Ziff.3).

 

Weitere aktuelle Informationen finden sich unter dem Menüpunkt "Wußten Sie schon?" 

zB. zum  Thema

Hausgrundstück, Nießbrauchsrecht - Wie ist das im Zugewinnausgleichsverfahren zu berücksichtigen?

Eheverträge

kein unverzichtbarer Mindestgehalt bei Eheverträgen

Löschung von Grundschulden vor Teilungsversteigerung

Sittenwidrigkeit einer Mithaftung des Ehegatten für eine Darlehen

Sittenwidrigkeit eines Ehevertrages bei Unternehmerehe



Zurück zu Trennung, Scheidung und was jetzt?