Ansprüche, wenn das Kind während des Streits volljährig wird

von Iris Olzog

Streiten sich Eltern um Kindesunterhalt und wird das Kind während eines solchen Streits volljährig, kann der ursprünglich betreuende Elternteil den Kindesunterhalt nicht mehr geltend machen. Das Kind selbst, auch wenn volljährig, scheut aus nachvollziehbaren Gründen nicht selten  die Auseinandersetzung mit dem anderen Elternteil und verzichtet lieber. Was ist zu tun? Hier kann das Rechtsinstitut des familienrechtlichen Ausgleichsanspruches weiterhelfen. Voraussetzungen dafür sind:

1) Ein Elternteil hat eine bestehende Unterhaltspflicht nicht erfüllt.

2) Es besteht ein Unterhaltsanspruch für die Vergangenheit, d.h. es wurden anspruchsbegründende Tatsachen geschaffen, z.B. Unterhalt in der Vergangenheit verlangt.

3) Der andere Elternteil hat das Kind nicht nur betreut, sondern den nicht gezahlten Kindesunterhalt auch mit eigenen Mitteln ersetzt.

4) Der andere Elternteil muss auch den Willen gehabt haben, das zu ersetzen und nicht den anderen Elternteil zu entlasten.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so hat der ursprünglich betreuende Elternteil einen eigenen Anspruch auf Ersatz seiner Unterhaltsaufwendungen gegenüber dem barunterhaltspflichtigen Elternteil.

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