Auskunftsanspruch zur Entwicklung des Kindes

von Iris Olzog

Ein Elternteil hat gegenüber dem anderen Elternteil einen Anspruch, in regelmäßigen Abständen Auskunft über die Entwicklung des Kindes zu erhalten. Das Oberlandesgericht Hamm hat nun in seinem Beschluss vom 24.11.2015, Aktenzeichen 2 WF 191/15, festgehalten, dass dieser Anspruch auch nicht allein aus Gründen zurückgewiesen werden kann, die zu einer Versagung des Umgangs geführt haben. Im vom Oberlandesgericht Hamm entschiedenen Fall ging es um einen Kindesvater, der inhaftiert war und schon geäußert hatte, das Kind irgendwann zu sich nehmen zu wollen. Der Senat erkannte an, dass die Kindesmutter einen nachvollziehbaren Grund hatte, nicht in persönlichen Kontakt mit dem Kindesvater treten zu müssen. Zugleich hielt er jedoch auch fest, dass ein solcher Kontakt auch nicht notwendig sei, Auskunft zu erteilen und Vorraussetzung für den Auskunftsanspruch des Kindesvaters sei weder der Ausschluss noch die Einschränkung des Umgangsrechts. Der Auskunftsanspruch kann unabhängig vom Umgangsrecht geltend gemacht werden und das Kindeswohl ist nicht sein Maßstab, sondern lediglich seine Grenze.

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