Namensänderung für das Kind

von Iris Olzog

Nicht selten nimmt ein Ehegatten nach Scheidung seiner Ehe seinen "alten" Familien- bzw. Geburtsnamen wieder an. Das ist unproblematisch und kostengünstig zu erreichen. Damit einhergehend äußern viele dieser "Namensänderer" den Wunsch, dass auch ihr Kind den Namen entsprechend ändern darf. Nun hat sich der BGH zu diesem Wunsch mit Beschluss vom 09.11.2016, Aktenzeichen XII ZB 298/15, geäußert und deutliche Worte gegen eine Namensänderung gefunden. Wenig erstaunlich ist, dass der BGH in seiner Entscheidung zunächst hervorgehoben hat, ein Elternteil könne die alleinige Entscheidungsbefugnis über eine Namensänderung nur erhalten, wenn der Antrag auf Namensänderung auch hinreichende Erfolgsausichten hat. Das leuchtet ein. Denn ein rechtlich nicht erfolgreich durchzusetzendes Ziel ist nicht zum Wohle des Kindes. Anschließend stellt der BGH sodann klar, dass ein Antrag auf Namensänderung nur dann erfolgversprechend ist, wenn die Namensänderung zum Wohle des Kindes erforderlich ist. Es reicht nicht aus, wenn der Antrag dem Kindeswohl dienlich ist, d.h.im Interesse des Kindes ist. Das Wohl des Kindes muss gefährdet sein, wenn der Name nicht geändert wird. Und die Anforderungen hieran sind entsprechend hoch. Vorstellbar ist eine Namensänderung m.E. daher nur noch in Extremfällen, beispielsweise dass ein Kind von einem Elternteil missbraucht wurde, die Eltern geschieden werden und der andere Elternteil mit dem Kind zusammen den Namen des Täters ablegen möchte. Der Wunsch auf Distanzierung zum Straftäter sollte ausreichend zur Begründund des Antrages auf Namensänderung sein. Eine Garantie für eine erfolgreiche Durchsetzung kann jedoch auch in einem solchen Fall nicht gegeben werden.

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